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Effizienz: Mehr Drive und Kreativität für Netzwerke

„Ein Energieeffizienz-Netzwerk ist für einen Energieversorger ein super Instrument, um sich langfristig mit Kunden zu verbinden“, sagt Vera Schürmann, Geschäftsführerin der Arcanum Energy Management GmbH. Der Dienstleister aus Unna, eigentlich im darbenden Biomethangeschäft zu Hause, sucht neue Geschäftsfelder und nutzt seine Netzwerkerfahrungen aus der Bildung von Stadtwerke-Pools für die Bioerdgasproduktion. Ende 2016 hat Arcanum gemeinsam mit der IHK Dortmund das Netzwerk Gr-EEN Westfalen-Ruhr aufgebaut.

Neun Industrieunternehmen aus der Region – von der Schraubenfabrik Bulten über den Baumaschinenhersteller Caterpillar bis zum Fleischvermarkter Westfleisch beteiligen sich daran. Sie haben sich das Ziel gesetzt, bis 2019 den Energieverbrauch in ihren westfälischen Werken, der zuletzt bei insgesamt 410 Mio. kWh lag, um 9,4 Mio. kWh zu reduzieren. Der CO2-Ausstoß soll damit um gut 3 000 Tonnen sinken.

Die Unternehmen setzen dabei vor allem auf verbesserte Abwärmenutzung in Produktionsprozessen sowie den bedarfsgerechten Einsatz von effizienten Kompressoren, Pumpen und LED-Beleuchtungssystemen. Auch die Moderation des Industrienetzwerks hat Arcanum übernommen.

Ein um rund 2,5 Prozent geringerer Energieverbrauch klinge erst einmal nicht nach sehr viel, meint Schürmann, „doch das ist insgesamt betrachtet schon ein Wort“. Denn Industrieunternehmen mit so hohen Verbräuchen hätten erfahrungsgemäß bereits eigenständig viele Effizienzmaßnahmen umgesetzt, bevor sie sich für ein Netzwerk entscheiden. So hätten Unternehmen des Netzwerks Gr-EEN Westfalen-Ruhr ihre Beteiligung damit begründet, sie seien auf der Suche nach neuen Ideen und Beispielen, „weil wir alleine nicht mehr weiterkommen“.

Plattform hilft bei Organisation und Erfahrungsaustausch

Erstmalig in größerem Umfang zum Einsatz kommt dabei die von Arcanum Energy im letzten Jahr entwickelte Gr-EEN-Plattform. Dabei handelt es sich um ein White-Label-Online-Portal zur inhaltlichen und organisatorischen Abwicklung des Netzwerks, zur Vernetzung der Teilnehmer und zum Monitoring der Maßnahmen.

Jeder Netzwerk-Beteiligte kann über die Plattform auf eine Datenbank mit Best-Practice-Beispielen zurückgreifen und in dem nur für ihn zugänglichen und besonders geschützten Bereich der Plattform die Erfolge seiner Effizienzbemühungen dokumentieren sowie kontrollieren. Auf der Netzwerkebene zeigt die Plattform dagegen nur die aggregierten Werte der Effizienzverbesserungen aller Beteiligten und ermöglicht damit das übergeordnete Monitoring. „Unsere Plattform ist so etwas wie die digitale Schublade für wichtige Informationen über ein Energieeffizienz-Netzwerk“, erklärt Schürmann.

Sie ist indes nur ein Teil des speziellen Dienstleistungsangebots von Arcanum. „Unser Ansatz ist, das Thema Energieeffizienz um weitere Themen zu ergänzen“, so die Geschäftsführerin. Beispielsweise um Konzepte für Fuhrparks mit alternativen Antrieben, für mehr Ressourceneffizienz in den Unternehmen oder für die Verknüpfung von Effizienz und Flexibilität zur so genannten Flex Efficiency. „Wir wollen Unternehmen damit mehr Spielraum ermöglichen“, so die Geschäftsführerin.

Vera Schürmann: Geschäftsführende Gesellschafterin

Mehr Motivation durch Verbände nötig

Und das soll vor allem die Attraktivität der Netzwerkidee stärken. „Denn es ist schade, dass Energieeffizienz-Netzwerke weiter so schwer in Gang zu bringen sind“, bedauert die Geschäftsführerin. Unternehmen zu einer Teilnahme zu bewegen, sei weiter sehr aufwendig. Das liege sicher auch daran, dass die Begriffe Effizienz und Netzwerk etwas verbraucht und nicht sehr sexy seien, meint sie. „Deshalb motivieren wir Netzwerkgründer zu etwas mehr Drive und Kreativität.“

Aber auch die Unternehmensverbände müssten mehr tun, um die Netzwerkidee besser zur Wirkung zu bringen. Sie verstehe nicht, warum Unternehmen die Chance nicht nutzen, durch freiwillige Beteiligung an Netzwerken Ziele des Nationalen Aktionsplans Energieeffizienz umsetzen zu können. Die Industrie könne nicht bei jeder Gelegenheit Freiwilligkeit einfordern und dann bei solchen Gelegenheiten nichts tun. Das passe nicht zusammen. Schürmann zeigt sich von der Idee nach wie vor sehr überzeugt: „Wenn ein solches Netzwerk erst einmal zum Laufen gebracht wurde, passiert auch im Austausch zwischen den Unternehmen sehr viel“, berichtet sie.

Deshalb lässt sich Arcanum Energy trotz aller Hemmnisse nicht entmutigen und strickt bereits an einem zweiten Energieeffizienz-Netzwerk für mindestens acht weitere Industriebetriebe in Westfalen, das im Herbst starten soll. „Unsere Stärke ist, ein solches Netzwerk auf eine Region hin auszurichten und zu konzeptionieren“, zeigt sich die Geschäftsführerin zuversichtlich, auch damit erfolgreich zu sein. Das erste Energieflexwerk des Potsdamer Dienstleisters Natgas, ein Netzwerk das Energieeffizienz und Flexibilisierung von Strombedarf und -erzeugung praxisnah zusammenbringt und von Arcanum Energy konzeptioniert sowie moderiert wird, geht noch im Sommer an den Start.

Quelle: Focht, Peter in: E&M Daily. Die Tageszeitung für den Energiemarkt (27.07.2017), S. 8


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