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Gute Ideen teilen

Effizienz-Netzwerke lohnen sich für die beteiligten Unternehmen. Denn diese sparen nicht nur Energie und Rohstoffe ein, sondern entdecken mitunter auch neue Wege der Zusammenarbeit.

Sefa Arslan ist Energieeffizienz-Berater und betreut seit 2015 als Moderator und Koordinator Energieeffizienz-Netzwerke. Er hat das Netzwerk „gr-EEN Westfalen-Ruhr“ aufgebaut, dessen Treffen er auch moderiert. Zudem begleitet er Energieaudits. Für das Medienbüro „Deutschland macht´s effizient“, das im Auftrag des Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) Effizienznetzwerke vorstellt, sprach er über seine Erfahrungen beim Aufbau des Netzwerks und über die Einspar-Erfolge.

Rund 1.300 Unternehmen sind in aktuell 131 Netzwerken unter dem Dach der Initiative Energieeffizienz Netzwerke zusammengeschlossen. Im Energieeffizienz-Netzwerk im westfälischen Ruhrgebiet arbeiten beispielsweise acht Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen an der Senkung ihres Energieverbrauchs. Sie haben sich zum Netzwerk zusammengeschlossen, weil sie erkannten, dass die Suche nach neuen Ideen im Alleingang sehr aufwendig ist, berichtet Arslan von den Anfängen.

Sefa Arslan begleitet Unternehmen bei der Senkung ihres Energieverbrauchs Bild: Andre Walther

Bei den Teilnehmern musste der Energieberater und Moderator am Anfang die Skepsis überwinden, ob sich der Aufwand auch lohnt: „Wir haben gemerkt, dass wir die Energieeffizienz-Netzwerke erst gut erklären müssen, um ihren Nutzen zu vermitteln.“ Die Unternehmen zahlen für die Teilnahme an einem Netzwerk zwischen 2.000 und 5.000 Euro pro Jahr. In den Bundesländern Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen gibt es für kleine und mittelständische Unternehmen Zuschüsse.

 

Die Einsparpotenziale übersteigen die Kosten

Den Kosten stehen die Einsparungen durch den geringeren Energieverbrauch gegenüber. Arslan beziffert sie pro Unternehmen auf durchschnittlich 1 Mio. kWh über die Netzwerkdauer von zwei bis vier Jahren. Damit übersteigen die Einsparpotenziale von mehreren 10.000 bis zu 100.000 Euro die Kosten für die Teilnahme um ein Vielfaches.

Während seiner Laufzeit von bis zu vier Jahren durchläuft ein Effizienznetzwerk in der Regel drei typische Phasen. In der ersten Phase suchen die Experten zusammen mit den Unternehmen nach wirtschaftlichen Effizienzpotenzialen und nach Maßnahmen, die umgesetzt werden können. Dann wird ein Einsparziel festgelegt.

In Phase zwei geht es laut Arslan „richtig los“: In den quartalsweisen Netzwerktreffen werden Schwerpunktthemen wie Abwärmenutzung, Drucklufttechnik und die Nutzung von Energiekennzahlen bearbeitet und die Maßnahmen Schritt für Schritt umgesetzt. In Phase drei erfolgt das Monitoring, in dem die erreichten Ziele und die Erfolge der Effizienzsteigerung erfasst und dokumentiert werden.

 

Konkretes Beispiel aus Westfalen

Am von Arslan moderierten Netzwerk „gr-EEN Westfalen-Ruhr I“ nehmen acht Unternehmen teil. Sie haben sich bis 2019 ein Einsparziel von insgesamt knapp 9,4 Mio. kWh und 3.054 t CO2 gesetzt. Erreicht wird das durch den Ersatz von Wärmepumpen mit hoher Effizienz, durch die Modernisierung von Gebäuden, die Umrüstung auf LED-Beleuchtung und eine bedarfsgerechte Kälteerzeugung.

„Daneben haben wir anlässlich des Themas Drucklufttechnik im zweiten Netzwerktreffen das Druckluftleckage-Management der Unternehmen betrachtet sowie uns auf die Erneuerung gesteuerter Kompressoren fokussiert, womit wir Einsparungen von etwa 0,5 Mio. kWh erreichen möchten“, erläutert der Energiemanager. Weitere Verbrauchsreduktionen in Höhe von mehreren Mio. kWh will man durch die Nutzung von Abwärme aus Produktionsprozessen erreichen.

Die Unternehmen in den Netzwerken profitieren nicht nur von den gemeinsam gesuchten Einsparpotenzialen bei der Energieversorgung, sondern durchaus auch von „Nebeneffekten“. So berichtet Arslan von einer Betriebsbegehung, bei der ein Teilnehmer über Schwefelsäure als Abfallprodukt sprach. Die Chemikalie war für einen anderen ein Betriebsstoff, den er weiterverarbeiten konnte. „Dies führte dazu, dass sich beide Unternehmen über das Energiethema hinaus konkreter vernetzen.“

Bei der Umsetzung der Energiesparmaßnahmen können die Teilnehmer des Netzwerks teilweise Fördergelder in Anspruch nehmen. Bei der Auswahl der Fördertöpfe können die Effizienzberater die Teilnehmer unterstützen.

Quelle: Müller, Armin  in: E&M Daily. Die Tageszeitung für den Energiemarkt (07.09.2017), S.8


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